Selentherapie
Geschichte
Erste Hinweise auf das Spurenelement Selen finden sich schon im Jahre 1295. Marco Polo berichtete aus Westchina, dass die Pferde nach der Aufnahme von bestimmten Pflanzen ihre Hufkapseln verloren. Dabei handelte es sich um Pflanzen (wie z.B. Astralagus), die bekanntermaßen Selen anreichern und so nach Aufnahme zu Vergiftungserscheinungen führen. Das Spurenelement Selen war damals noch unbekannt. Im 19. Jahrhundert wurden Selenmangelerscheinungen beim Pferd beschrieben, jedoch ebenfalls ohne dass der Zusammenhang zum Selen bekannt war. Denn erst 1957 wurde die Essentialität des Selen von den Wissenschaftlern SCHWARZ und FOLTZ im Rattenversuch nachgewiesen.
Heute wissen wir, dass die Selengehalte im Futter normalerweise zu niedrig sind bedingt durch Auswaschung und Versauerung der Böden u.a. als Folge der Intensivbewirtschaftung der Felder, wie sie im vergangenen 20. Jahrhundert propagiert und noch immer durchgeführt wird. Dabei gilt für Deutschland ein natürliches Nord-Süd-Gefälle in den Böden, d.h. im Süden sind die Böden stärker verarmt als im Norden.
Es steht fest, dass die Selenversorgung über die Ernährung - nicht nur beim Pferd - marginal bzw. nicht ausreichend ist. Verschiedene wissenschaftliche Untersuchungen zur Selenversorgung von Pferden zeigten deutlich zu niedrige Gehalte an Selen in Futtermitteln bezogen auf den Bedarf des Pferdes auf.