Artischocke

- Die aktiven Bestandteile der Artischocke (hauptsächlich Cynarin) dienen der Leberentgiftung und Anregung des Galleflusses.
Blutlipidsenkende Wirkung
Der Wirkmechnismus und die beteiligten Einzelsubstanzen bei der Senkung des Blutlipidspiegels sind nicht vollständig geklärt, jedoch gilt die Hemmung der Cholesterolbiosynthese sowie eine choleretische Wirkung als gesichert. Bisher wurde angenommen, dass ausschließlich das Cynarin, welches weiterhin aus der Coffeoylchinasäure bei der Extraktgewinnung gebildet wird, für diese Wirkung verantwortlich sei. Man nahm sogar an, dass das Cynarin der Hauptwirkstoff der Droge sei und lenkte das Augenmerk beim Extraktionsverfahren hauptsächlich darauf.
Neuere Untersuchungen belegen jedoch, dass das Cynarin in seiner biologischen Wirksamkeit überschätzt wurde und dass eigentlich den Flavonoiden in der Droge die entscheidende Rolle zukommt. Offensichtlich greifen diese in einem frühen Stadium in die Cholesterinbiosynthese ein und hemmen das Schlüsselenzym der Cholesterolbiosynthese auf indirektem Weg schnell und effektiv. Damit kommt es zu einem schnellen Wirkeintritt, dessen Mechanismus vollständig reversibel und damit nebenwirkungsfrei ist. Damit sind diese natürlichen Substanzen den heutigen synthetischen Präparaten deutlich überlegen.
Choleretische Wirkung
Die choleretische Wirkung wird den Coffeoylchinasäuren, insbesondere der Chlorogensäure und ihren Isomeren wie auch den Bitterstoffen (Sesquiterpenlactone) zugeschrieben. Dabei ist sowohl eine Steigerung der Gallenproduktion vom um 20-40% wie auch der Gallensekretion zu erwarten.
Antioxidative und kardiovaskuläre Wirkung
Die antioxidative Wirkung der Artischocke wurde in molekularen und zellulären Testsystemen bestätigt und steht im Zusammenhang mit einem leberschützenden und leberregenerationsfördernden Effekt.
Darüber hinaus muss die antioxidative und cholesterinsynthesehemmende Wirkung auch in Bezug zur Arteriosklerose gesehen werden, denn nach neueren Untersuchungen ist das LDL (Low Density Lipoprotein) der Lipidfraktion des Blutserums als Risikofaktor anzusehen sondern dessen oxidierte Form (oLDL). Damit kann die Artischocke auch bei kardiovaskulären Krankheiten in die Prophylaxe und Therapie einbezogen werden.