Teufelskralle
Gewinnung der Pflanze in Afrika
H. procumbens wird derzeit fast ausschließlich aus Wildsammlungen gewonnen. Bis vor kurzem war eine Kultivierung aufgrund der komplizierten Biologie der Pflanze nicht möglich. Ein Beispiel ist die außerordentlich niedrige Keimrate der Samen von unter 1 %. Mittlerweile gibt es erste vielversprechende Kultivierungsversuche, die allerdings in den nächsten Jahren nur einen sehr kleinen Teil des Bedarfs werden decken können.
Üblicherweise werden die Wildsammlungen von Buschleuten (San oder auch Khoi-San genannt), fast ausschließlich von Frauen vorgenommen, die für diese überaus anstrengende Erntearbeit vielerorts nur einen Minimallohn pro kg abgelieferter Rohware erhalten. In vielen Fällen bestreiten sie damit das Familieneinkommen, da es in diesen ländlichen und ariden Gebieten kaum weitere Einkommensmöglichkeiten gibt. Bei der üblichen Sammlung werden die Pflanzen ganz ausgegraben und geerntet. Durch die stetig steigende Nachfrage in den letzten Jahren kam es gebietsweise zum deutlichen Rückgang der Bestände. Wo mancherorts 1.000-2.000 Pflanzen pro ha vorhanden waren, findet man nur noch 1 Pflanze pro ha. Diese Art der Wildsammlung birgt weitere Probleme:
So wird häufig nicht nur die Sekundärwurzel sondern auch die Primärwurzel einfach mit geerntet und verarbeitet, was zur Verringerung des Wirkstoffgehaltes in der getrockneten Pflanze führt. Auch H.zeyheri wird zum großen Teil mit geerntet. Sie ist regional häufiger anzutreffen als H. procumbens und es kann leicht zu Verwechslungen kommen. H.zeyheri ist außerdem günstiger im Preis, so werden häufig in pharmazeutischen Präparaten bewusst Mischungen aus beiden Arten eingesetzt, was nach Europäischem Arzneibuch mittlerweile erlaubt ist. Allerdings enthält die getrocknete Pflanze aus H. zeyheri deutlich weniger Harpagoside und über ihre Wirksamkeit gibt es bislang nur wenige Untersuchungen. Weitere Einmischungen von z.B. Elephantorrhiza sp. (Deutsch: Elandsbohne) und Acanthosyscois naudians (Deutsch: Oryxgurke) wurden vielfach beobachtet. Diese und anderes Pflanzenmaterial ist nicht nur nutzlos sondern teilweise sogar giftig. Gelegentlich beobachtete Unverträglichkeiten in der Anwendung können damit in Zusammenhang stehen.