Teufelskralle
In der traditionellen afrikanischen Medizin sagt man, dass...
...extreme Pflanzen auch extreme Wirkungen haben!
H. procumbens wird in Afrika schon seit Jahrhunderten genutzt und steht wegen ihrer Heilkraft in hohem Ansehen.
Sie ist ein Geophyt, d.h. der größte Teil der Pflanze liegt unter der Erde, wo sie ein weit verzweigtes Wurzelsystem mit bis zu 15 m langen Trieben bildet. Dort, in den Wurzeln, befinden sich die medizinische nutzbaren Wirkstoffe. Es ist altes Wissen, dass nur in den Sekundärwurzeln die ganze Heilkraft steckt. Die Sekundärwurzeln bilden bis 60 mm dicke und 20 cm lange Knollen, die bis 600 g wiegen können. Man zerkleinert und trocknet die Knollen und brüht bei Bedarf einen Tee auf, der bei Schmerzen getrunken wird, aber auch zur Blutreinigung, bei Magen-Darm-Erkrankungen, Schwangerschaftsbeschwerden, Leber-Nieren-Erkrankungen und äußerlich bei Lumbago angewendet wird. Außerdem wird H. procumbens als wertvolles Heilmittel im Stoffwechselgeschehen eingesetzt.
Die Teufelskralle zählt zu den wichtigsten Vertretern der Familie der Pedaliacea. Innerhalb der Gattung Harpagophytum unterscheidet man die beiden Arten Harpagophytum procumbens DC und Harpagophytum zeyheri DECNE. Äußerlich sind sich beide sehr ähnlich. Auch bei H. zeyheri werden die Sekundärwurzeln genutzt. In der traditionellen Medizin werden die gekochten Knollen von H. zeyheri bei Schlangenbiss und als Mundspülung bei Zahnblutung eingesetzt.
Nur H. procumbens wurde bisher von der Kommission E des Bundesgesundheitsamtes in ihrer Monographie "Harpagophyti radix" als "unterstützende Therapie degenerativer Erkrankungen des Bewegungsapparates" mit den Wirkungen "antiphlogistisch" und "schwach analgetisch" anerkannt, außerdem bei "dyspeptischen" Beschwerden und "Appetitlosigkeit". Als Tagesaufnahme wird bei antiphlogistischer Anwendung 4,5 g der getrockneten Pflanze (oder entsprechende Zubereitungen) und bei dyspeptischen Beschwerden 1,5 g der getrockneten Pflanze (oder entsprechende Zubereitungen) gefordert.
Zu H. procumbens liegen zahlreiche Studien vor. Die erste und richtungsweisende Studie wurde bereits 1958 von ZORN zur Prüfung der "vorzüglichen Heilwirkung der Harpagophytumwurzel auf Rheumakrankheiten" im Tierversuch durchgeführt. Dabei wurden Teeabkochungen der ganzen Pflanze an Ratten mit experimentell erzeugten Gelenkentzündungen verabreicht. Es kam zur intensiven Abschwellung innerhalb kurzer Zeit und Wiederherstellung der vollen Gelenkfunktion. Völlig überraschend kam es "...nach dem Absetzen der Behandlung weder zu einem Stillstand des Heilungsvorganges noch zu einem Rückfall der Entzündung, sondern die einmal in Gang gesetzte Heilung schreitet kontinuierlich fort".
ZORN sah in der Intensität der Heilwirkung eine vollkommen gleichwertige Wirkung gegenüber den gängigen Pharmaka.
Weitere Erkenntnisse über die Einzelwirkungen im Stoffwechsel wurden in zahlreichen Untersuchungen gefunden.

