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Urtikaria (Nesselsucht) beim Pferd ? Und jetzt?

Plötzlich auftretende, erhabene Quaddeln am Pferdekörper. Der Schreck ist erstmal groß und es stellt sich die Frage nach der Ursache. Der hinzugezogene Tierarzt stellt in der Folge die Diagnose Urtikaria. Dabei handelt es sich um das Symptom einer übermäßigen Immunreaktion des Pferdes, meist ausgelöst durch Umweltallergene, Medikamente oder Stress. Auch wenn eine Urtikaria für das Pferd idR weder schmerzhaft noch belastend ist, sind betroffene Pferde mit einer Urtikaria im Bereich der Sattellage nicht reitbar. Folglich stellt sich die Frage nach einer möglichst schnellen und nachhaltigen Lösung.

Formen und Symptome der Urtikaria (Nesselsucht) beim Pferd

Eine Urtikaria, auch Nesselsucht oder Nesselfieber genannt, zeigt sich beim Pferd zumeist durch plötzlich auftretende, deutlich erhabene ödematöse Quaddeln vor allem an Hals und Rumpf. Bei der Streifenurtikaria verläuft die Quaddelbildung streifenförmig am Pferdekörper. Juckreiz und ein damit einhergehendes Scheuern ist für die Urtikaria, ausser in sehr schweren Fällen, allerdings untypisch.

Akute Urtikaria: Von einer akuten Urtikaria spricht man, sollten die Quaddeln bis zu 6 Wochen bestehen. In den meisten Fällen verschwinden die Symptome bei der akuten Urtikaria allerding innerhalb einiger Stunden bis weniger Tage.

Chronische Urtikaria: Hier bleiben die Quaddeln länger als 6 Wochen bestehen.

Rezidivierende Urtikaria: wiederkehrend auftretende Urtikaria, die zwischen den Episoden ohne medikamentöse Therapie verschwindet.

Chronisch-rezidivierende Urtikaria: wiederkehrend auftretende Urtikaria, die zwischen den Episoden ohne medikamentöse Therapie verschwindet, die aktuelle Episode jedoch bereits länger als 6 Wochen andauert.

Cholinerge Urtikaria: die cholinerge Urtikaria tritt zumeist Stressbedingt z.B. vor Tunieren auf.

In seltenen Fällen kann es im Verlauf auch zu Fieber und einer Schwellung der Atemwege kommen. Dabei handelt sich um einen kritischen Zustand. Zumeist verläuft eine Urtikaria für das Pferd aber beschwerdefrei.

Ursache einer Urtikaria (Nesselsucht) beim Pferd

Bei der Urtikaria handelt es sich um ein Symptom einer übermäßigen Immunreaktion des Pferdes. Im Zuge dieser Immunreaktion erhalten die Mastzellen und Basophilen (beides Zellen des Immunsystems) ein Signal zur Freisetzung von Histamin und anderen immunologischen Signalstoffen, die für die typische Hautreaktion verantwortlich sind. Zumeist werden als Reaktion auf Futter- und Umweltallergene spezifische IgE-Antikörper gebildet, die wiederum an die Mastzell- und Basophilenmenbran binden und deren Degranulation induzieren (Typ-1-Allgergie). Eine übermäßige Freisetzung von Histamin bzw. eine generelle Allergiebereitschaft kann aber auch durch andere Triggerfaktoren wie Medikamente, Infektionen, Produkte des eigenen Stoffwechsels oder Stress ausgelöst oder begünstigt werden.

Behandlungs- und Unterstützungsmöglichkeiten der Urtikaria (Nesselsucht) beim Pferd

Beim Auftreten der Quaddeln sollte zunächst immer die Tierärztin/der Tierarzt hinzugezogen werden.

Ein zentraler Schritt in der Behandlung der Nesselsucht beim Pferd ist die Identifikation und die Eliminierung des Auslösenden Faktors. Dies gestaltet sich jedoch insbesondere bei Umwelt- und Futterallergenen oftmals sehr schwierig und ist nur nach einem aufwändigen Ausschlussprinzip möglich. Auch die cholinerge, also zumeist stressbedingte Urtikaria, wird bei anfälligen Pferden in Stresssituationen wie Turnieren immer wieder auftreten. Folglich benötigen betroffene Pferde Unterstützung. Je nach Ausprägung kann eine medikamentöse Therapie mit Cortison oder einem Antihistaminikum notwendig sein. Darüber hinaus profitieren die Pferde vom ernährungsmedizinischen Ansatz zur Regeneration der Haut und zur Vorbeugung eines erneuten Urtikariaschubs. Nutriologische Wirkstoffkomplexe mit gezielt kombinierten Mikronährstoffen können nicht nur zu einer Stabilisierung der Mastzellmembranen beitragen, sie unterstützen auch die Regeneration der Haut und eignen sich folglich entweder als alleiniger Therapieansatz oder als sinnvolle und nachhaltige Ergänzung zur medikamentösen Therapie. Da ein gut reguliertes Immunsystem eng mit einer intakten Darmflora zusammenhängt, profitieren von einer Urtikaria betroffene Pferde auch von einer Unterstützung der Darmflora bspw. mit einem Präbiotikum.