Kohlenhydrate

Kohlenhydrat ist nicht gleich Kohlenhydrat

Kohlenhydrate sind in vielen Futter-/Nahrungsmitteln enthalten. Es gibt leicht verdauliche Kohlenhydrate wie die Stärke im Getreide oder der Zucker in der Melasse, aber auch schwer verdauliche Gerüstkohlenhydrate wie die Cellulose im Heu. Durch Verarbeitungs- und Veredelungsprozesse kann die Verfügbarkeit der Kohlenhydrate für den Organismus verbessert werden (z.B. Quetschen, hydrothermischer Aufschluss), was eine blutzuckersteigernde Wirkung erzeugt. Somit kann allein vom Gehalt an Kohlenhydraten nicht auf die Insulinantwort geschlossen werden.

Hierfür wurde der glykämische Index (GI) erstmals beim Menschen eingeführt. Der glykämische Index gibt die blutzuckersteigernde Wirkung (glykämische Antwort) eines Nahrungsmittels nach Verzehr an.

Anders als beim Menschen kommt es beim Pferd nach Aufnahme bestimmter Futtermittel zu einer großen Variabilität bei der glykämischen Antwort. Hier spielt offensichtlich die Gestaltung der Gesamtration eine deutlich größere Rolle.
Nichtsdestotrotz konnten anhand von Fütterungsversuchen drei Kategorien von Futtermitteln festgelegt werden. Die höchsten GI´s konnten bei melassierten Getreidemischungen wie Müslis und bei Getreide (z.B. Mais, Hafer), die niedrigsten GI´s bei unmelassierten Rübenschnitzeln, Alfalfa und Reiskleie gefunden werden. Dazwischen liegt beispielsweise die Weizenkleie.
Insgesamt kann festgestellt werden, dass "veredelte" Kohlenhydrate (z.B. Melasse) höhere Glukosespitzen erzeugen als unverarbeitete Kohlenhydratquellen.

Folgen einer Insulinresistenz beim Pferd