Diagnose und Therapie bei Cushing Pferden

Die Diagnose

Der Hirsutismus als Kardinalsymptom gilt mittlerweile als pathognomonisch. Das heißt, das typische klinische Erscheinungsbild des langen, lockigen Fells und ein unvollständiger oder verzögerter Fellwechsel sind typische Anzeichen für das ECS, so dass diese Symptomatik alleine als diagnostisch angesehen werden kann.

Dennoch sollte die Diagnose mittels einer Blutuntersuchung gesichert werden. Zur Diagnose des ECS wird heute fast ausschließlich der ACTH-Wert im Serum bestimmt. Der ACTH-Serumspiegel weist im Tages- und Jahresverlauf eine zirkadiane Rhythmik auf. Daher ist eine Serumkontrolle immer zur gleichen Uhr- und Jahreszeit sinnvoll. Aufgrund dieser Schwankungen haben alle Labore eine Anpassung der Referenzbereiche vorgenommen, so dass die Messung mittlerweile sehr zuverlässig ist.

In Fällen mit zweifelhaften Serumwerten kann der Dexamethason-Suppressionstest angewendet werden. Erhöhte Leberenzyme und Triglyceride sowie die alkalische Phosphatase sind ebenso wie erhöhte Insulin- und Glukosewerte häufige Veränderungen im Laborbefund. Die Ermittlung dieser Blutwerte ist vor Beginn einer Therapiemaßnahme zu empfehlen, um die Erkrankung auch gegen das Equine Metabolische Syndrom (EMS) abzugrenzen.

Pferde mit einem ACTH-Wert >50 pg/ml sollten als kritisch betrachtet werden, Werte >100 pg/ml weisen eindeutig auf das Equine Cushing Syndrom hin.

Die Therapie

Da das ECS unheilbar ist, erfolgt eine palliative Therapie, die lebenslänglich durchgeführt werden muss. In Deutschland gibt es zur Behandlung des ECS nur ein zugelassenes Medikament. Der Wirkstoff Pergolid-Mesilat, ein Dopamin-Rezeptor-Agonist, hemmt die vermehrte Abgabe von ACTH in der Hirnanhangdrüse.

Aufgrund der katabolen Stoffwechsellage benötigen jedoch alle Cushing-Pferde bedarfsgerecht kombinierte Mikronährstoffe und andere bioaktive Substanzen, um die Stoffwechselfunktionen in den verschiedenen Organen aufrecht zu erhalten.

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