Kranke Leber

Die Aufgaben der Leber

Die Leber ist ein ganz besonderes Organ! Sie ist die "Chemiefabrik" im Organismus und der zentrale Ort des Stoffwechselgeschehens. Nicht ohne Grund galt die Leber im Altertum als der Sitz der Lebenskraft.

Eine erhöhte Leberbelastung kommt mittlerweile sehr häufig vor und kann über eine Blutuntersuchung festgestellt werden – noch ehe die sehr unspezifischen klinischen Symptome auftreten. Angelaufene Beine, Blähungen, Kotwasser, stumpfes Fell oder Leistungsabfall mit schneller Ermüdung können erste Anzeichen dafür sein. Durch ein gezieltes und frühzeitiges Eingreifen kann allerdings der Ausbildung von klinischen Symptomen vorgebeugt werden.

Die Leber ist die "Stoffwechselzentrale". Die mit der Nahrung aufgenommenen Nährstoffe gelangen über die Pfortader in die Leber. Dort werden sie zu körpereigenen Verbindungen umgewandelt und kontinuierlich zur Versorgung des gesamten Organismus abgegeben. Dabei verstoffwechselt die Leber Kohlenhydrate, Proteine, Fette, Vitamine sowie Spurenelemente und Mineralstoffe. Die Leber ist auch Entgiftungsorgan. Mit der Nahrung und über Haut und Lunge nimmt der Organismus auch körperfremde Stoffe auf. Diese häufig toxischen Verbindungen werden von der Leber in unschädliche Verbindungen umgewandelt und über die Galle und Niere zur Ausscheidung gebracht. Auch innerhalb der physiologischen Stoffwechselvorgänge entstehen ständig schädigende Metabolite wie Radikale, Ammoniak etc. Bei allen entzündlichen Prozessen im Körper, bei Infektionskrankheiten, bei großem Stress wie auch starker körperlicher Beanspruchung entstehen hochreaktive Radikale. Beim Pferd sind ganz besonders häufig auftretende Dysbiosen im Darm zu beobachten -meist aufgrund von Fütterungsfehlern. Darunter versteht man die "Entgleisung" der im Darm angesiedelten Mikroflora. Dabei entstehen sogenannte Endotoxine (Bakterien-, Pilzgifte), die wiederum von der Leber entsorgt werden müssen. Die Leber ist darüber hinaus Speicherorgan für Nährstoffe (Vitamine, Spurenelemente etc.).

Leberinsuffizienz
Die Leber ist der Vielzahl an Belastungen oft nicht mehr gewachsen. Sie wird krank! Ein Sprichwort sagt: "Der Schmerz der Leber ist die Müdigkeit!" So sollte bei Pferden mit unspezifischen Krankheitssymptomen wie Appetitlosigkeit, Leistungsschwäche bis hin zu apathischen Zuständen, Haut- und Haarproblemen immer eine Lebererkrankung in Betracht gezogen werden. Insbesondere alte und immunschwache Pferde leiden häufig an Leberfunktionsstörungen.
Man unterscheidet primäre (direkte) Lebererkrankungen (z. B. Parasitenbefall der Leber) von den weitaus häufiger auftretenden sekundären Lebererkrankungen. Eine sekundäre Lebererkrankung tritt infolge einer anderen Grunderkrankung auf. Dazu zählen z. B. Hufrehe, Lumbago, Vergiftungen, Enterotoxämien, Infektionen aber auch manche Medikamente. Bei der Behandlung von Lebererkrankungen steht bei der Therapie häufig das Ausschalten schädigender Einflüsse (Endotoxine, infektiöse Erreger, Fütterungsfehler) im Vordergrund, da die ursächlichen Auslöser oft schwer oder nicht identifizierbar sind.

Hilfe für die beeinträchtigte Leber
Zur Förderung der Leberregeneration und -entgiftung ist die hohe Regenerationsfähigkeit der Leber von großem Vorteil. Hilfreich sind eine Reihe von Nährstoffen und anderen bioaktiven Substanzen – wie z. B. sekundäre Pflanzenstoffe, die den Prozess spürbar unterstützen. Das Grundprinzip der Lebertherapie beruht auf dem Ausgleich von Nährstoff-Dysbalancen und -Mängeln. Bedarfsgerechte (Mikro-)Nährstoffe wie z. B. Zink und B-Vitamine fördern die Regenerationsfähigkeit der Leberzellen. Die Leber muss Toxine (z. B. Endotoxine aus dem Darm) oder schädigende Metaboliten (z. B. Ammoniakanreicherung) verstoffwechseln und trägt so zur Entgiftung des Organismus bei. Bestimmte Aminosäuren in Verbindung mit den Cofaktoren Zink und Mangan sind für eine schnelle Ammoniakentgiftung mit entscheident. Die aktiven Bestandteile der Artischocke (hauptsächlich das Cynarin) dienen ebenso der Leberentgiftung und regen darüber hinaus den Gallefluss an. Die Regeneration der Leber wird auch durch andere sekundäre Pflanzenstoffe gefördert. Sylimarin, der Wirkstoff aus der Mariendistel, wirkt stabilisierend auf die Leberzellmembranen, antioxidativ und antifibrotisch. Auch verschiedene Spurenelemente spielen eine Rolle. Selen und Zink unterstützen die Immunabwehr und können in Verbindung mit weiteren immunmodulierenden Wirkstoffen bei entzündlichen Prozessen hilfreich sein.
Weitere diätetische Substanzen bilden eine wirksame Ergänzung in der Lebertherapie. Hefezellen (z. B. Bierhefe) fördern die Darmflora und wirken Dysbiosen, die häufig Auslöser langfristiger Leberbelastungen sind, entgegen. Gewürzkräuter und Leinsaat regen die Verdauung an.

Unsere Ernährungsempfehlung
Bei allen Einschränkungen der Leberfunktion sollte die Ration des Pferdes überprüft und entsprechend modifiziert werden. Je nach konkreter Situation variieren die Empfehlungen etwas, jedoch gilt generell:
In der akuten Phase sollte auf Kraftfutter verzichtet und lediglich Heu und Stroh gefüttert werden. Vom Schnittzeitpunkt her ist "älteres" Heu vorzuziehen. Mash sollte anstelle von Kraftfutter auf viele Rationen verteilt eingesetzt werden. Es fördert die Darmflora und regt den Appetit an. Von der Silagefütterung bei leberkranken Pferden wird aus verschiedenen Gründen abgeraten. Silage ist häufig keimbelastet (z. B. Clostridien) und damit Ursache von Dysbiosen. Erst vor einigen Jahren konnte gezeigt werden, dass teilweise beträchtliche Gehalte an belastenden biogenen Aminen, wie z. B. Histaminen, in der Silage enthalten sind. navalis heparal® ist eine ergänzend bilanzierte Diät mit bedarfsgerechter Mikronährstoff-Kombination und weiteren bioaktiven Substanzen, die die Leberfunktion nachhaltig unterstützen.

Ist mein Pferd leberkrank?

Erkrankungen der Leber treten bei Pferden häufig auf, bleiben jedoch in den meisten Fällen lange unerkannt, da die beeinträchtigte Leber keine Schmerzen verursacht. Eine eindeutige Symptomatik gibt es nicht! Erst wenn die Leberschädigung bereits sehr weit fortgeschritten ist, kann anhand der Blutleberwerte eine Diagnose gestellt werden. Eine Therapie ist dann schwierig oder unmöglich.

Unspezifische Krankheitssymptome, die in Zusammenhang mit einer Lebererkrankung stehen können, sind Appetitlosigkeit, Leistungsschwäche bis hin zu Apathie oder Haut- und Haarproblemen. Alte oder immunschwache Pferde sind besonders anfällig für Leberfunktionsstörungen.

Nur wenn die Erkrankung frühzeitig erkannt und die entsprechenden Maßnahmen ergriffen werden, ist eine vollständige Regeneration in der Regel unproblematisch.