Zink beim Pferd

Spurenelement Zink – für Haut, Immunabwehr und Sinne

Zink ist Cofaktor zahlreicher Enzyme sowie integraler Bestandteil von weit über 200 Proteinen und damit eines der bedeutendsten Spurenelemente. Ca. 50-60% der Zinkvorkommen im Körper sind in Muskelgewebe gespeichert. Fehlt es an ausreichender Versorgung mit Zink, können als Anzeichen z. B. Infektanfälligkeit, Allergien, schlechte Haut-, Fell- und Hufhornqualität oder auch Abmagerung und Schreckhaftigkeit auftreten.

Funktion von Zink im Organismus
Zink wird in zahlreichen Enzymsystemen als Cofaktor benötigt und ist in weit über 200 Proteinen als integraler Bestandteil enthalten. Ca. 50-60 % der Zinkvorkommen im Körper sind in Muskelgewebe gespeichert. Das Spurenelement ist essentiell für die Synthese körpereigener Proteine und unabdingbar für die Zellteilung. Zur Verstoffwechselung von Fetten und Kohlenhydraten wird Zink ebenso benötigt, wie für die Funktion verschiedener Hormone (Wachstums- und Sexualhormone, Insulin), Neurotransmitter wie z.B. Adrenalin für die Reizleitung im Gehirn. Für die Sehkraft und alle anderen Sinnesfunktionen wird Zink ebenfalls benötigt.
Zink ist für die epidermale Hautbarriere bedeutsam und interferiert in vielfältiger Weise mit der spezifischen und unspezifischen Immunität. Insbesondere spielt Zink bei der Stärkung der Schleimhautimmunität eine große Rolle. Viele am Immunsystem beteiligte Faktoren sind Zink-abhängig. Als Bestandteil der Superoxid-Dismutase dient es zum antioxidativen Schutz der Zellmembranen.   

Zinkmangel: Ursachen und Mehrbedarf
Bei Pferden ist die Zinkversorgung häufig unzureichend und kann meist auf geringe Gehalte im Futter zurückgeführt werden. So bleiben die Gehalte im Heu fast generell unter dem des Bedarfs beim Pferd (Glocker 2003). Zudem führen Situationen veränderten Bedarfs zu Zinkmangel, wenn der Bedarf nicht über das Futter abgedeckt wird.


Es wird zwischen physiologischen und pathologischen Mehrbedarfssituationen unterschieden:

Physiologische Mehrbedarfssituationen
  • Wachstum und Alter
  • Trächtigkeit und Laktation
  • Hengste während des Deckeinsatzes
  • Stress (z.B. Stallwechsel, Transport)
  • während des Fellwechsels


Pathologische Mehrbedarfssituationen
  • chronische Infektionen der Haut (z.B. Wundheilungsstörungen, Mauke)
  • allergische Hautreaktionen
  • Fruchtbarkeitsstörungen
  • sekundär bei Lebererkrankungen und Darmdysbiosen

Symptome
Es gibt zwar typische, aber dennoch unspezifische sichtbare Anzeichen eines Zinkmangels. Jungtiere reagieren mit Wachstumsverzögerungen, verringerter Futteraufnahme und geschwächtem Immunsystem. Am auffälligsten sind Symptome, die das Haut- und Fellkleid betreffen. Parakeratotische Hautveränderungen  (Störung der Keratinisierung), allergischen Hauterkrankungen mit Urtikaria (Nesselsucht), aber auch Mauke und schlechte Hufhornqualität sind typische Symptome, die einen Zinkmangel äußerlich sichtbar machen.
Veränderungen in der Fellqualität wie stumpfes, trockenes und schuppiges Fell kann Ausdruck eines Zinkmangels und/oder einer Leberbelastung oder Darmdysbiose sein. Weiterhin können nervöse Zustände, wie z. B. „Gespenstersehen“ mit Zinkmangel in Verbindung gebracht werden.
Bei Fruchtbarkeitsstörungen (z. B. stille Rosse bei der Stute oder schlechte Spermaqualität bei Hengsten) sollte immer ein Zinkmangel ausgeschlossen werden.

Diagnose
Nach wie vor ist es üblich, den Spurenelementgehalt im Blut zur Erfassung des Versorgungsstatus heranzuziehen. Zinkgehalte im Blut schwanken jedoch teilweise deutlich. In Abhängigkeit von verschiedenen endogenen und exogenen Faktoren, bleibt der Zinkspeigel bei Zinkmangel jedoch lange stabil. Deshalb kann es vorkommen, dass trotz unauffälligem Blutbefund das Tier Symptome aufweist, die mit einem Zinkmangel in Verbindung gebracht werden können. Auch Haaranalysen werden zur Ermittlung des Zinkstatus herangezogen.

Ausgleich eines Mangels – systematische Zinksupplementierung
Zink kann in verschiedenen physiologisch wirksamen Verbindungen verabreicht werden. Entscheidend ist die Bioverfügbarkeit in den Zielorganen, die durch die Bindungsformen beeinflussbar ist. Spezifische organische Zinkkomplexe sorgen für eine optimale Bereitstellung im Stoffwechsel, vor allem in der Haut und Schleimhäuten. Außerdem können diese organischen Komplexe vom Organismus besser resorbiert werden, da die Bildung anderer, unlöslicher Komplexe (z.B. mit Phytinsäure) während der Verdauung weitestgehend verhindert wird. Insbesondere bei der genetisch bedingten intestinalen Zinkabsorptionsstörung des Hundes können organische Komplexbindungen durch Umgehung der üblichen Resorptionswege sehr erfolgreich eingesetzt werden. Die von verschiedenen Autoren beschriebenen Unverträglichkeiten mit Erbrechen des Hundes treten bei einer Zinktherapie mit organischen Komplexen nicht auf.

Schwere Mängel müssen mit einer durchgehenden Supplementierung eines Zink-Monopräparates therapiert werden, die sich über Wochen und Monate erstrecken kann. Nach einer ca. 3-4 wöchigen durchgängigen Fütterung schließt sich die Intervallfütterung (5 Tage füttern, 5 Tage Pause, 5 Tage füttern) an.

Leichte Mängel ohne klinische Symptome sollten in der Intervallfütterung (5 Tage füttern, 5 Tage Pause, 5 Tage füttern) ausgeglichen werden, bei leichten Mängeln mit klinischer Ausprägung kann eine durchgehende Fütterung mit anschließender Intervallfütterung und angepasster Dosierung sinnvoll sein.

INFO

Zink ist Cofaktor zahlreicher Enzyme sowie integraler Bestandteil von weit über 200 Proteinen und damit eines der bedeutendsten Spurenelemente. Ca. 50-60% der Zinkvorkommen im Körper sind in Muskelgewebe gespeichert. Fehlt es an ausreichender Versorgung mit Zink, können als Anzeichen z. B. Infektanfälligkeit, Allergien, schlechte Haut-, Fell- und Hufhornqualität oder auch Abmagerung und Schreckhaftigkeit auftreten.

Tipp: Die aktuelle Frühjahr / Sommerausgabe (1/2018) der Fachzeitschrift Pferde fit & vital beschäftigt sich mit dem Thema „Haut, Haar, Horn: Gesund durch richtige Fütterung“ inkl. Expertenkommentar zur Relevanz von Zink aus unserer medizinisch-wissenschaftlichen Abteilung.




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